Foto: sl-media

Veranstaltungsformat: Online

Modelle der CO2 Kompensation.
Welche Klimaschutzprojekte eignen sich?

Vermeidung und Reduzierung von fossil erzeugter Energie steht im Vordergrund aller Klimaschutzanstrengungen.
Doch der Weg in die CO2-neutrale Wirtschaft wird angesichts des noch begrenzten Angebots an regenerativ erzeugter
Energie auf absehbare Zeit nur mit Unterstützung von Kompensationsmaßnahmen möglich sein.

Welche Standards gibt es und worauf ist bei den derzeit angebotenen Kompensationsmöglichkeiten
in Schwellen- und Entwicklungsländern zu achten? Wie können Aufforstungs-, Energie-Effizienz und
Entwicklungsprojekte nachhaltig für Mensch und Natur wirken?

Mittwoch, 23. Juni 2021

Beginn: 14.00 Uhr

Begrüßung und Vorstellung der Veranstaltungsreihe „Energiewende und Klimaschutz in der Wirtschaft“
Serge Esterlein, IHK Arnsberg

Corporate Carbon Footprint, CO2-Bilanz als Grundlage für eine Klimaschutzstrategie
Referent: Marcel Sentek, ClimatePartner GmbH

Kaffeepause

Hintergründe zu zertifizierten Klimaschutzprojekten
(Standards, Voraussetzungen, Zusatznutzen)

Beispiele für zertifizierte Klimaschutzprojekte und deren Zusatznutzen
für Mensch und Natur in Schwellen- und Entwicklungsländern
Referent: Marcel Sentek, ClimatePartner GmbH
Referent: Mario Ernst, Piel die technische Großhandlung GmbH

Ende: ca. 17.00 Uhr

Zusammenfassung:

Vermeiden, verringern und kompensieren

Die Messung des eigenen CO2-Fußabdrucks bleibt der erste Schritt auf dem Weg zur Klimaneutralität. Das ist bei der heutigen Veranstaltung der Reihe „Energiewende und Klimaschutz in der Wirtschaft“ erneut deutlich geworden, wobei die Kompensation, der nicht reduzierbaren und nicht vermeidbaren Emissionen ein wichtiger Schritt zur Klimaneutralität sein kann.

Dabei braucht jedes Unternehmen laut Marcel Sentek, Berater bei der ClimatePartner GmbH, eine eigene Strategie zur Erreichung seiner Klimaschutzziele. Beim CO2-Fußabdruck, der immer alle wesentlichen Treibhausgase neben Kohlendioxid einschließt, kann der Fokus auf eine Bilanzierung grundsätzlich nach Produktbetrachtung oder nach Unternehmensgrenzen gelegt werden. Bei der Produktbilanzierung schaut sich das Unternehmen den gesamten Wertschöpfungsprozess eines Produkts an und misst die entstehenden CO2-Emissionen an jeder Stelle des Wertschöpfungsprozesses. Von Einkauf über Logistik, Produktion und Nutzung bis hin zur Entsorgung kann sich ein Unternehmen so die CO2-Bilanz seiner Produkte ermitteln.
Bei der unternehmensbezogenen Bilanz betrachtet das Unternehmen einzelne Unternehmensteile wie Produktion, Logistik, Verwaltung, Energie-, Roh- und Hilfsstoffeinsatz, sowie Büromaterialien und bilanziert entsprechend nach diesen internen Grenzen. Nachdem die wirtschaftlich umsetzbaren CO2-Einsparpotenziale gehoben sind, kann sich das Unternehmen Gedanken, über eine richtige Kompensationsstrategie machen.

Bei der Auswahl der passenden regionalen oder globalen Kompensationsprojekte sollten verschiedene Aspekte zum Tragen kommen: Passt das Projekt zum Markenkern des Unternehmens? Möchte ich auch soziale Aspekte mit dem Projekt ansprechen oder reicht mir die reine finanzielle Kompensationsleistung? – Das sind nur zwei der Fragen, die sich ein Unternehmen bei der Auswahl stellen sollte. Hinzukommt, dass nicht jedes angebotene Projekt seriös ist. Daher sollten Unternehmen auf die Umsetzung der vier wesentlichen Kriterien für Kompensationsprojekte achten:
Das bedeutet erstens, dass dieses Projekt im Sinne der Zusätzlichkeit ohne diese Kompensations-Finanzmittel nicht hätte umgesetzt werden können.
Zweitens: Der Ausschluss der Doppelzählung. Gemeint ist, dass die CO2-Einsparung nur einmal gezählt werden darf. Dies ist vor allem in Staaten ein Problem, die sich verpflichtet haben, ihre Emissionen selbst zu reduzieren. Beispiel: Bei der Berechnung des CO2-Budgets hat sich die Bundesrepublik die deutschen Waldflächen bereits beim CO2-Budget anrechnen lassen.
Drittens: Bestand der Dauerhaftigkeit, Die CO2-Einsparungen muss dauerhaft wirksam werden und darf nicht bereits in wenigen Jahren zunichte gemacht werden.
Das vierte Kriterium ist die Überprüfbarkeit durch unabhängige Dritte. Es muss sichergestellt werden, dass eine neutrale Stelle die Projekte geprüft und für korrekt befunden hat. Bei dem Punkt der Überprüfbarkeit sollten Unternehmen im Wesentlichen auf drei international anerkannte Standards achten: Verified Carbon Standard; Climate, Community & Biodiversity Standards; Gold Standard. Wobei erfahrene Beratungen wie beispielsweise ClimatePartner oder Fokus Zukunft bei der Auswahl und Bewertung der einzelnen Projekte helfen können. Nicht jedes Gold Standard Projekt würde ClimaPartner für sinnvoll erachten, so Marcel Sentek.

Die Soester Firma PIEL hat sich mit einem Wasserkraftprojekt in Uganda kürzlich klimaneutral gestellt und dabei auch ganz besonders auf soziale Aspekte geachtet. Dennoch wollte das Unternehmen auch vor der eigenen Haustür was machen, so Mario Ernst und Andrea Tigges beide geschäftsführende Gesellschafter bei der Firma PIEL. Daher hat die Firma in diesem Jahr eine gGmbH gegründet, die WaldLokal gGmbH, die mit Unterstützung der regionalen Wirtschaft die nachhaltige Wiederaufforstung der südwestfälischen und bald auch bundesweiten Kalamitätsflächen im deutschen Wald unterstützen soll. „Es war extrem spannend für uns mit unseren Partnern das Projekt in diesem Jahr anzuschieben und die ersten Bäume tatsächlich beim ersten Pflanzfest am 12. April am Möhnesee in die Erde zu bringen“ berichtet Mario Ernst begeistert. Der Anfang sei gemacht, doch man habe noch ambitionierte Pläne bei der Unterstützung des nachhaltigen Waldbaues, so Andrea Tigges. Unter www.waldlokal.com können sich Unternehmen ab sofort maßgeschneiderte Flächen zur Wiederaufforstung aussuchen und ihr Engagement auch zur Außendarstellung nutzen.

Solche nationalen Projekte können Unternehmen zwar nicht für die Kompensation ihrer Emissionen verwenden, dennoch ist der Wert solche lokalen Projekte nicht zu unterschätzen. Außerdem können solche Projekte mit internationalen Projekten gekoppelt werden, um sich auch die Klimaschutzleistung anzurechnen ergänzte Marcel Sentek von ClimatePartner. In jedem Fall ist dies ein wichtiger Beitrag.

23.06.2021


Serge Esterlein
M.Sc.
Tel: 02931 878-209
Fax: 02931 878-285
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Thomas Frye

Tel: 02931 878-159
Fax: 02931 878-285
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Homepage von WaldLokal

www.waldlokal.com